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Vereins-Netzwerk

Hört man älteren Herrschaften am Stammtisch im Berliner Ortsteil Niederschöneweide beim Plaudern über vergangene Tage genau zu fällt öfters die Bezeichnung Oberspree. Nicht alteingesessenen Personen mag dieser Begriff auf den ersten Blick fremd erscheinen, jedoch ist er heutzutage einfach kaum noch gebräuchlich. Oberspree ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Teil des Berliner Ortsteils Niederschönweide und bezieht sich auf dessen Lage in Ausrichtung zum Fluss Spree. Der Gesamte Stadtteil gehört zu den weniger begehrten Vierteln der Stadt Berlin und ist auf das industrielle Erbe der letzten 150 Jahren zurückzuführen, welches die dort angesiedelte Schwer- und Textilindustrie hinterlassen hat. Kurz nach der Wende wurde im Rahmen diverser Untersuchungen festgestellt, dass der Boden des Stadtteils großflächig kontaminiert ist, was als Folge kostenintensive und großräumige Abtragungen mit sich brachte. Die Endkontaminierung ist mittlerweile größtenteils beendet und führte dazu, dass es wieder Interessenten für viele Objekte im Stadtteil gibt.

Diverse Organisationen und Vereine versuchen im Verbund eines Netzwerkes seit längerem den Stadtteil für seine Bewohner lebenswert und attraktiv zu gestalten. Die aktive Arbeit des Netzwerks sorgte dafür, dass die nach der politischen Wende 1990 einsetzende Abwanderung eingedämmt werden konnte. Regelmäßig werden für die Bewohner diverse Projekte realisiert. Dazu gehören Straßenfeste, Ausstellungen und diverse andere Veranstaltungen. Weitere Aufgaben des Netzwerks beziehen sich auf die Förderung verschiedenster Projekte für Anwohner und Unternehmen im Ortsteil und deren aktive Umsetzung. Ziel ist es den Ortsteil über kurz oder lang von einer öden, vergifteten Industriebrache der letzten Jahrhunderte zu einem kulturellen Hot Spot von Berlin zu entwickeln. Wie sich der Ortteil entwickelt ist jedoch noch nicht abzusehen. Die Zuwanderungsraten der Stadt jedoch, lassen einen Lichtblick am Horizont erahnen.

Vielleicht werden in wenigen Jahren qualitativ hochwertig restaurierte historische Industriegebäude zum alltäglichen Bild des Stadtteils gehören und Jungunternehmern und Bewohnern einen hervorragendes Lebens- und Arbeitsumfeld bieten. Loftwohnungen mit eigenem Swimmingpool und Ateliers für Künstler lassen sich beim Blick durch die Straßen des Ortsteils bereits heute gedanklich erahnen. Bis es soweit ist und der Wert der Wohnlage erkannt und geschätzt wird ist noch jedoch viel Arbeit seitens der Stadt, des Netzwerks und der Bewohner selbst von Nöten. Erste Ansätze sind bereits zu erkennen. So wurde seit der Wende kontinuierlich die Neubepflanzung des gesamten Stadtteils vorangetrieben und auch die Uferpromenade ist in den Genuss eines erweiterten Ausbaus gekommen.